Lernen braucht Bewegung

Aktionsplan 2007-2010 „Lernen braucht Bewegung
Niedersachsen setzt Akzente“

Die Ergebnisse der Fitness-Landkarte hatten im vergangenen Jahr den Niedersächsischen Kultusminister Bernd Busemann aufgeschreckt: Niedersachsens Schulkinder waren weniger fit als Kinder aus den übrigen Bundesländern. Darüber hinaus setzt sich der Abwärtstrend in der körperlichen Leistungsfähigkeit der jungen Menschen fort, obwohl zurzeit auf allen Ebenen eine durch zahlreiche Erkenntnisse gestützte lebhafte Diskussion über die positiven Zusammenhänge von Gesundheit und Bewegung, von Lernen und Entwicklung mit Sport, Spiel und Spaß geführt wird. Dieser bedrückenden Tatsache liegen vor allem die zunehmende Bewegungsarmut und Fehlernährung der Kinder und Jugendlichen zugrunde. Damit entsprechende gesundheitsfördernde Faktoren in das Leben möglichst vieler Heranwachsender integriert werden, haben sich die Niedersächsische Landesregierung und der Landessportbund Niedersachsen dieses Anliegen der Bewegungsförderung zur gemeinsamen Aufgabe gemacht und ein besonderes Maßnahmebündel von Bewegungsangeboten beschlossen. Mit Hilfe des Aktionsplans „Lernen braucht Bewegung“ soll dem Problem unzureichender Bewegung und körperlicher Belastung im Alltag begegnet werden. Dabei sollen bestehende bewährte Programme wie in den Bereichen der Kooperation zwischen Schulen, Kindertagesstätten und Sportvereinen deutlich ausgeweitet und neue auf dem Gebiet der Qualifizierung, Information und Auszeichnung besonderer sportlicher Leistungen in einem umfassenden Aktionsplan mit insgesamt neun Handlungsfeldern hinzugefügt werden. Der Niedersächsische Kultusminister stellt für dieses Angebot jährlich zusätzliche 500.000 Euro zur Verfügung.

Bei aller positiven Betrachtung der vermehrten Anstrengungen des Kultusministeriums im Bereich Sport und der erweiterten Zusammenarbeit mit dem Landessportbund  weist dessen Direktor Reinhard Rawe zu Recht gleichzeitig auch darauf hin, dass „der Schulsport ein verpflichtender und unverzichtbarer Bestandteil des Bildungsauftrags der Schule ist. Die von Sportvereinen in Kooperation mit Schulen angebotenen Maßnahmen sind immer nur ergänzend und unterstützend zu den Sportangeboten der Schule. “Der Präsident des LSB, Professor Umbach, geht noch weiter, indem er sagt: Sportunterricht als Teil des Bildungssystems muss gestärkt werden. Darum erneuere ich unsere immer wieder geäußerte Forderung, dass der Schulsport in allen Schulstufen und Schulformen mit mindestens drei Stunden pro Woche erteilt wird.“
Die nachstehend vorgestellten und vom MK mit dem LSB vertraglich festgelegten Maßnahmen des Aktionsplans sollen beginnend in diesem Jahr konkret in Niedersachsen umgesetzt werden:
1.    Ausbildung von Schulsportassistentinnen und Schulsportassistenten
Ziel: Qualifizierung von Jugendlichen für die Durchführung zusätzlicher  Bewegungsangebote in Schulen.
Infos unter www.sportjugend-nds.de
2.    Fort- und Weiterbildung
Ziel: Qualifizierung von Grundschullehrkräten sowie Referendarinnen und Referendaren ohne Sportfakultas.
Infos unter www.nibis.ni.schule.de
Ziel: Lokale Qualitätszirkel zur Förderung von Bewegung, Spiel und Spaß in Schule und Verein.
Infos unter www.lsb-niedersachsen.de
3.    Bewegter Kindergarten
Ziel: Ausweitung bereits bestehender Maßnahmen der elementaren Bewegungs erziehung `Markenzeichen Bewegungskita`.
Infos unter www.markenzeichen-bewegungskita.de
Ziel: Ausweitung des Aktionssprogramms Kindertagesstätte /Sportverein.
Infos unter www.sportjugend-niedersachsen.de
4.    Aktionsprogramm für die Zusammenarbeit von Schule und Sportverein in Niedersachsen
Ziel: Förderung aller Kooperationsmaßnahmen, Schwerpunktsetzung für Angebote für Kinder und Jugendliche mit sehr niedrigem Fitness-Status und im Bereich Berufsbildender Schulen.
Infos unter www.ssb-oldenburg.de
5.    Aktionstag „Bewegte Kinder-Schlaue Köpfe“
Ziel: Bewusstsein schaffen für Bewegung und Fitness
Infos unter www.bewegteschule.de
6.    Broschüre: Das chronisch kranke Kind
Ziel: Gesundheit und Integration; Öffnung und Sicherung von Zugängen zu Bewegung, Spiel und Sport.
Pdf-Datei unter www.mk.niedersachsen.de/Service/Publikationen.
7.    Sportfreundliche Schule
Ziel: Auszeichnung von Schulen mit besonderen Angeboten in Sport und Fitness.
8.    Pierre de Coubertin-Schulpreis
Ziel: Gleichstellung von besonderen Leistungen im Sport mit anderen Schulleistungen im Rahmen von Schulentlassungen.
9.    Netzwerkarbeit
Ziel: Zusammenarbeit von Sportfachberatern der Schulen mit Schulsportbeauftragten des organisierten Sports.

Der Stadtsportbund Oldenburg beteiligt sich wie in der Vergangenheit mit dem sehr erfolgreichen Aktionsprogramm für die Zusammenarbeit von Schule und Sportverein auch in diesem Jahr wieder mit 50 Maßnahmen und mit dem Programm Kita /Sportverein. Darüber hinaus war schon im November dieses Jahres zusammen mit Kreissportbund Ammerland im Bereich Fort- und Weiterbildung ein lokaler Qualitätszirkel mit dem Thema “Tägliche Bewegungszeit-Kleine Spiele zwischendurch“ für Lehrkräfte aller Fächer der Klassen 1-4 sowie Übungsleiterinnen und Übungsleitern vorgesehen. Die Ausbildung von Schulsportassistentinnen und Schulsportassistenten als einem weiteren Modul wird mittelfristig von der Sportjugend des Stadtsportbundes Oldenburg geplant.

Peter Steckel
Schulsportbeauftragter des Stadtsportbundes Oldenburg